Leinert Lorenz Architekten Dresden

Wohn- und Geschäftshaus Fetscherstraße

Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße
Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße
Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße
Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße
Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße
Architekturentwurf Wohnhaus und Geschäftshaus Dresden Fetscherstraße

▲▼

Das Baugrundstück befindet sich innerhalb eines dreiseitig mit Mehrfamilienhäusern aus der Nachkriegszeit umbauten Quartierhofs. Die bestehende Bebauung folgt der städtebaulichen Ordnung des „Offenen Blocks“. Die Gebäude sind von den umgebenden Gehwegen zurück versetzt, alle Gebäude schließen in sich zu den Blockecken ab, die Ecksituationen sind offen gehalten. Charakteristisch ist der begrünte Innenbereich der aktuell zur stark befahrenen Fetscherstraße baulich nicht geschlossen ist und damit an Aufenthaltsqualität verliert. Infolge dessen kann das Nutzungspotential dieser wertvollen Grünfläche nicht ausgeschöpft werden. Der von uns vorgeschlagene Entwurf respektiert die vorgefundene städtebauliche Situation, mit angemessenen sozialen Abstände der Gebäude untereinander, einer optimalen Belichtung in allen Geschossen, sowie eine selbstverständliche Durchwegung der einzelnen Blöcke. Bewusst wird der neue Baukörper analog den gegebenen städtebaulichen Regeln in die Umgebungsstruktur eingeordnet. Die entwurfliche Definition seiner Gebäudeform als „Zeile“ leitet sich aus der Umgebungsbebauung und ihrer städtebaulichen Gegebenheiten ab. Der langgestreckte Baukörper wird entsprechend der bestehenden Bebauung von der Gehbahn Fetscherstraße eingerückt, die zu den Nachbargebäuden bzw. Blockecken zugewandten Gebäudeenden halten angemessenen Abstand und werden offen gestaltet. Durch architektonische Interventionen werden die Stirnseiten städtebaulich aktiviert. Der grüne Hof wird durch die Schutzwirkung vor Emissionen, die das neue Gebäude gewährt, zu einer ruhigen Grünanlage mit attraktiven Nutzungsmöglichkeiten aufgewertet. Die in der Aufgabenstellung geforderte Mischnutzung des Gebäudes als Wohn-/ und Geschäftshaus beeinflusst wesentlich die Art und Weise der Erschließung als auch der konstruktiven Gebäudestruktur. Die vorgeschlagene Strukturierung des Wohn-/Geschäftshauses folgt den besonderen Nutzungserfordernissen einer großflächigen Gewerbenutzung (Fitness) im EG/ 1.OG.  Der Entwurf sieht in den gewerblich genutzten Geschossen eine flexible Raumzonierung ohne wesentliche räumliche Unterbrechungen wie u.a. Treppenhäuser vor. Über jeweils ein Treppenhaus an den Stirnseiten des Gebäudes sind die vier darüber befindlichen Wohnebenen erschlossen. Die beiden notwendigen Treppenhäuser werden in den Wohngeschossen (2.-5.OG) über eine zur Fetscherstraße hin orientierte Laubengangstruktur miteinander verbunden. Durch eine Einfachverglasung vor Witterungseinflüssen geschützt, sorgt der Laubengang als Puffer zur Fetscherstraße zusätzlich für Lärmschutz, dient als Ort des sozialen Austauschs und schafft zusätzlichen Lebensraum innerhalb des Gebäudes. Alle Wohn-/ und Schlafräume sind ausschließlich zur Hofseite orientiert und partizipieren alle gleichermaßen von einer ruhigen und sonnigen Ausrichtung. Die Architektur des Neubaus nimmt vorhandene Maßstäblichkeit sowie Motivik aus dem Umgebungsbestand auf und interpretiert diese auf neue Weise. Durch seine helle, mattglänzende Materialität entsteht ein eigenständiger Stadtbaustein der sich als selbstverständliches Bindeglied in das Spannungsfeld aus individuellen Striesener Stadthaustypologien und den großmaßstäblichen Zeilen der Johannstadt einfügt. Die horizontale Gliederung und Gestaltung der Fassade folgt der inneren Nutzung. Die gewerblichen Bereiche werden in einem robusten, ablesbaren Sockel aufgenommen. In die Sockelfassade wurden in freier Setzung Fensteröffnungen eingeschnitten um Ein- und Ausblicke zu ermöglichen. Die darüber befindlichen Wohnebenen sind von einer Fassade aus Streckmetall umhüllt die in gleicher Materialität und Farbwirkung des Sockels erscheint und die Gesamtheit der Form wahrt. Die vorgelagerte Struktur aus verglasten, lichtdurchfluteten Laubengängen gliedert die Obergeschosse und lockert den Baukörper auf. Als Reaktion auf die Fassadenstruktur der gegenüberliegenden Bebauung und den Rhythmus der straßenbegleitenden Alleebäume erfährt der Baukörper eine leichte Faltung, die zu einer auflockernden Gliederung der Fassade verhilft.

Projekt: Wohn- und Geschäftshaus Fetscherstraße
Standort: Dresden - Johannstadt
Typus: Wohn- und Geschäftshaus
Bauherr: Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG
LPH: LP 1 - LP 8
Jahr: 2018 - 2022